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Presse - Sex ist für Schüler wie Kaffeetrinken

NordWest-Zeitung Mittwoch, 2. Dezember 2009
PRÄVENTION Bundeszentrale veranstaltet Aids-Aufklärung in der Förderschule

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Eine Schülerin der 9. Klasse der Hauptschule bei einem Spiel. BILD: FELIX FRERICHS
LANDKREIS, GEMEINDE UND SCHULEN UNTERSTÜTZEN DEN „MITMACH-PARCOURS“. 250 SCHÜLER DURCHLAUFEN IHN.

VON FELIX FRERICHS

GANDERKESEE - „Reiner Zufall“, sagt Hille Krenz vom NiKo-Projekt. Ausgerechnet am Welt-Aids-Tag gastiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit einem Themen-Parcours zur HIV-Prävention in Ganderkesee. Nicht geplant, aber dennoch eine willkommene Konstellation.
Noch gelungener scheint das in Anbetracht der Tatsache, dass die Bundeszentrale seit 14 Jahren mit diesem Parcours durch ganz Deutschland tourt und just an diesem besonderen Tag in der Gantergemeinde Station macht.
Ort der Aufklärung ist die Förderschule am Habbrügger Weg. An diesem Dienstag und Mittwoch durchlaufen rund 250 Schüler der Haupt- und Realschule und der Förderschule den Mitmach-Parcours. Mit Piktogrammen, Puzzle und einem Glücksrad soll in der Turnhalle an fünf Stationen spielerisch an die schwierige Thematik herangeführt werden.
„Lässiger“ Sex in Filmen
Das Problem sei die Darstellung von Sexualität in den Medien, so Krenz vorab. „In Filmen wird gezeigt, wie lässig und easy Sex ist. Jugendliche nehmen das für bare Münze. Sie denken, Sex macht man so einfach, wie einen Kaffee zu trinken“.
An dem Schulprojekt beteiligen sich neben der BZgA das Projekt NiKo, das Gesundheitsamt, die Kreisjugendpflege, die Gemeindejugendpflege, das Jugendzentrum „Trend“ sowie die Haupt- und die Förderschule.
Die erste Station befasst sich mit den Übertragungswegen von HIV. An der zweiten Station drehen die Schüler an einem Glücksrad und beantworten Fragen zu Liebe und Sexualität. In den übrigen Stationen geht es um Verhütung, Körpersprache und schließlich das schwierige Thema „Leben mit HIV und Aids“. Um die Themen spielerisch aufzunehmen, absolvieren die Klassen den Parcours in einer bestimmten Zeit und sammeln dabei Punkte.
Dass der Umgang nicht immer so locker ist, zeigt die Reaktion einiger Schüler bei den Spielen. Einige sind peinlich berührt und kichern unsicher vor sich hin, andere überspielen die Unsicherheit mit betont flapsigem Verhalten. So werde den Schülern aber deutlich, dass das Aids-Problem nicht nur in Afrika verbreitet ist, betont Hilmar Schleich von der BZgA.
Vernetzung ist wichtig
Ganderkesees Erster Gemeinderat Rainer Lange sprach von der Bedeutung der Vernetzung von kommunalen Institutionen, um Jugendliche möglichst umfassend in Sachen Prävention anzusprechen. „Der Landkreis, die Gemeinde und die Schulen arbeiten eng miteinander zusammen, damit alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden“, so Lange.