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Presse - Am Welt-Aids-Tag Aufklärung an fünf Stationen
Mitmach-Parcours in der Turnhalle zu Aids, Liebe und Sexualität
VON BERNHARD KOMESKER
Ganderkesee. Ein flüchtiger Blick in die Turnhalle am Habbrügger Weg bestätigt am gestrigen Dienstag zunächst alle Erwartungen und Klischees: Die Mädchen, die sich in der einen Ecke zusammengefunden haben, tuscheln und kichern; bei den Jungs am anderen Ende der Halle wird es öfter mal laut. Und doch ist an diesem Unterrichtstag eine ganze Menge anders als sonst: Ausnahmslos alle Schüler wirken hellwach und sehr interessiert; es gibt engagierte Debatten. Während sich die Lehrkräfte etwas abseits halten, sprechen drei Mitarbeiter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit den Schülern über Aids, Liebe und Sexualität.
In fünf Kleingruppen haben sich die Schüler zweier Hauptschulklassen aufgeteilt -teils getrennt nach Jungen und Mädchen, teils auch nicht. Unterstützt werden die drei BZgA-Vertreter durch sieben Beschäftigte von Kreis- und Gemeindejugendpflege, Jugend- und Gesundheitsamt. Sie haben am Montag die fünf Stationen des sogenannten Mitmach-Parcours vorbereitet, der nun in der Turnhalle steht und für den jede Gruppe 90 Minuten Zeit hat. Er bietet Gesprächsimpulse satt: Ein Glücksrad konfrontiert mit Einstellungsfragen zu Liebe, Sexualität und Schutz. Aus einem Grabbelsack werden verschiedene Verhütungsmittel gefischt, anhand von Piktogrammen wird über die Übertragungswege von HIV spekuliert und aufgeklärt; es geht außerdem um das Leben mit Aids, und es gibt körpersprachliche Experimente. Eine Doppelstunde, die es in sich hat - und doch nur erste Anstöße liefern kann. Daher, erklärt Hilmar Schleich von der BGzA, werde stets mit örtlichen Kräften kooperiert.
Dass der vor 14 Jahren entwickelte Parcours auf seiner Deutschland-Tournee nun ausgerechnet am Welt-Aidstag in der Gantergemeinde landet, sei eher Zufall, sagt Hilmar Schleich. Dass sich jährlich 3000 Menschen bundesweit neu infizieren, werde an 364 Tagen im Jahr ja kaum registriert: „Zahlen vermitteln so eine trügerische Sicherheit, als ob sie nichts mit einem selbst zu tun hätten." Natürlich biete man auch viel Info-Material, aber Verhalten und Wissen seien eben oft zweierlei. Die Botschaft der Schau lautet: „Informiere dich, schütze dich und andere, und handle solidarisch mit Betroffenen." Bis zum heutigen Mittwoch werden 250 Förder-, Haupt- und Realschüler der Jahrgänge acht bis zehn den Parcours besucht haben.
