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Presse - Die Praxis nimmt mir keiner
Beim Projekt „Szenenwechsel" hospitieren Jugendliche in sozialen Einrichtungen
![]() Die „Szenenwechslerinnen" Vanessa (links) und Tabea haben bereits positive Erfahrungen in sozialen Einrichtungen gemacht FotoHw |
| VON LARS WARNECKE „Szenenwechsel" in den Os-terferien: Zum inzwischen 13. Mal können sich vom 22. bis 27. März Jugendliche im Arbeitsalltag von sozialen Einrichtungen ausprobieren. Tabea (17) und Vanessa (16) haben vielen ihrer Mitschüler etwas voraus. Obwohl die beiden Mädchen noch die Schulbank drücken, konnten sie bereits erste praktische Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag sozialer Einrichtungen gewinnen. Tabea und Vanessa sind „Szenenwechslerin". Wo ihre Altersgenossen während der Osterferien lange ausschlafen, Freunde treffen oder in den Urlaub fahren, haben sie in den vergangenen Jahren lieber in soziale Einrichtungen reingeschnuppert. Für die Mädchen war der zwischenzeitliche Sprung von der Schule in die Arbeitswelt eine deutliche Bereicherung: „Man gewinnt Einblicke, die über das Schülerdasein hinaus gehen", schwärmt Tabea, die bereits in einem Jugendhaus und einer Altenpflegeeinrichtung gearbeitet hat. Und Vanessa meint: „Die Praxis, die ich während meiner Zeit im Kindergarten gesammelt habe, nimmt einem keiner mehr." „Szenenwechsel" nennt sich das alljährlich von Caritas und Diakonie im Wechsel angebotene Projekt. Jugendliche und junge Erwachsene aus dem gesamten Landkreis erhalten eine Woche lang Einblicke in soziale Einrichtungen und können die Mitarbeiter dabei aktiv unter die Arme greifen. Stolze 189 Teilnehmer zwischen 15 und 23 Jahren hätten sich im vergangenen Jahr für einen solchen Betriebsbesuch mit anschließender Zertifikatsvergabe entschieden, erzählt Projektkoordinatorin Jutta Tschernischen vom Diakonischen Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land. Sie weiß: „Heutzutage wird in Vorstellungsgesprächen immer mehr nach sozialer Kompetenz gefragt, da kann es nur von Vorteil sein, schon einmal über den schulischen Tellerrand geblickt zu haben." Tabea Drieschner hat gleich zweimal am „Szenenwechsel" teilgenommen. Zuletzt brachte sie einen Besuch in einem Altenpflegeheim zu. „Dort konnte ich mich mit den Bewohnern zwar beschäftigen, sie waschen und füttern musste ich aber nicht", erinnert sich die 17-Jährige. Wie Realschülerin Vanessa, möchte auch Tabea in diesem Jahr wieder dabei sein. Mit behinderten Menschen arbeiten, das wäre noch einmal interessant für die Gymnasiastin. Ihr späterer Berufswunsch geht aber in eine ganz andere Richtung: „Irgendetwas mit Informatik soll es sein." • Weitere Infos und Anmeldung unter www.szenen-wechsel.de Um die Jugendlichen bei der Auswahl ihrer Szenenwechselplätze zu beraten, sind Diakonie und Caritas telefonisch direkt erreichbar unter (04 41) 2 10 01-83 und (0 44 41) 87 07-667. |

