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Presse - Erkundungsreise soll zu neuem Konzept führen
NORDWEST-Zeitung Freitag, 27. Februar 2009
BILDUNG Haupt- und Realschule holt sich Anregungen für die künftige pädagogische Arbeit – Sechs Schulbesuche
BILDUNG Haupt- und Realschule holt sich Anregungen für die künftige pädagogische Arbeit – Sechs Schulbesuche
| DREI EINRICHTUNGEN HABEN ELTERN UND LEHRER SCHON BESUCHT. DABEI WURDEN INTERESSANTE IDEEN GESAMMELT. VON MARKUS MINTEN GANDERKESEE - Wohin genau die Reise gehe, sei noch völlig offen, sagt Joachim Hüneberg. Ein paar Ansprüche hat der Leiter der Haupt- und Realschule aber schon definiert: „Wir möchten an dieser Schule integrativ arbeiten.“ Auch einen höheren Grad an Individualisierung des Unterrichts und mehr Selbstverantwortung der Schüler könnte sich Hüneberg vorstellen. Und nicht zuletzt ist dem Schulleiter und dem Kollegium auch die Berufsorientierung ein großes Anliegen. Leuchttürme guter Schulen Derzeit arbeitet das Kollegium an einem neuen pädagogischen Konzept für die zum 1. November 2008 zusammengeschlossene Schule. Grundlage ist eine „pädagogische Erkundungsreise“, die Lehrer- und Elternvertreter bereits zu drei, so Hüneberg, „Leuchttürmen guter Schulen“ geführt hat, drei weitere sollen folgen. In den sehr unterschiedlichen Einrichtungen standen verschiedene Schwerpunkte im Fokus: Auf die Hauptschule mit Realschulzweig in Syke war die Wahl wegen deren Konzept zur Berufsvorbereitung gefallen. „Fast 100 Prozent der Schüler erhalten nach der Schule einen Ausbildungsplatz“, berichtet Beate Reiß, Fachberaterin für die Berufsorientierung. Ein Grund sei der enge Kontakt zu örtlichen Betrieben, so Reiß. Bereits ab Jahrgang 5 befassen sich die Schüler intensiv mit dem Thema Berufsfindung. Hohe Durchlässigkeit „Besonders gut aufgestellten Schülerfirmen“ habe man bei der Kooperativen Gesamtschule in Hambergen (Kreis Osterholz-Scharmbeck) vorgefunden, so Manfred Becker. Aber auch das „hohe Maß an Durchlässigkeit“ zwischen allen drei Schulzweigen habe überzeugt. Vieles würden die Schüler gemeinsam machen, es gebe aber auch eine Differenzierung in Kurse. „Ein Auf- und Abstieg ist jederzeit möglich“, betont der Fachbereichsleiter Politik, Geschichte und Erdkunde. „In beide Richtungen.“ Wichtiger Aspekt dabei: Die jeweiligen Freundschaftsgruppen blieben erhalten. Bei den Schülerfirmen gebe es eine Pflicht zur Teilnahme, aber auch ein großes Angebot. Einen „Blick über den Zaun“ hat ein drittes Erkundungsteam an der Integrierten Gesamtschule in Hamburg-Winterhude geworfen. Mike Stemmler (Fachbereichsleiter Naturwissenschaften) berichtet von der Aufhebung des 45-Minuten-Rhythmusses und der Arbeit in jahrgangsübergreifenden Stammgruppen. Der Alltag an der IGS, die nach dem Konzept von Peter Petersen arbeitet, sei geprägt von einem „hohen Grad an Selbstverantwortung“. So könnten Schüler weitgehend selbst über Lernstoff und Tempo entscheiden. Planungsgespräche mit dem Lehrer sorgen dafür, dass das geforderte Pensum erfüllt wird, Einträge ins Logbuch, das die Schüler durch die Schule begleitet, dokumentieren dies. Grundgerüst im Mai An Lehrern, Eltern und Schülern, die aus versicherungstechnischen Gründen nicht mit auf Erkundung können, ist es nach den noch ausstehenden Reisen nun, aus den Anregungen ein eigenes pädagogisches Konzept zu stricken. Im Mai soll die Gesamtkonferenz über dessen Grundzüge entscheiden. Ziel sei, so Hüneberg, „allen Schülern einen besseren, interessanteren und erfolgreichen Unterricht anzubieten“. |