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Presse - Auf pädagogischer Reise

Delmenhorster Kurier Freitag, 27. Februar 2009
Erkundungstour: Haupt- und Realschule möchte von anderen Schulen lernen

Die KGS Hambergen mit ihrer Schülerfirma „Kreaktiv und Co" war eine der Inspirationsquellen der Ganderkeseer Lehrer, die zurzeit mehrere Schulen bereisen, um sich deren Konzepte anzuschauen. FOTO: ANDREAS HANUSCHEK

Schulleiter Joachim Hüneberg. FOTO: KMO
Von Janina Heyn
Ganderkesee. Der Blick über den Tellerrand kann so einfach sein. Das beweist die Haupt- und Realschule Ganderkesee (HRS). Unter dem Arbeitstitel „Von anderen Schulen lernen" sind Pädagogen und Eltern auf Erkundungsreise an fremde Schulen gegangen. Als Beute der pädagogischen Forschungen haben die „Abenteurer" viele Anregungen für die Erweiterung der Lern- und Schulkultur mitgebracht.

„Die alten Konzepte taugen nichts mehr", stellt Schulleiter Joachim Hüneberg nüchtern fest. Daher habe sich die HRS auf den Weg gemacht, die pädagogischen Konzepte der Ganztagsschule Syke, der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Hambergen und der Integrativen Gesamtschule (IGS) Winterhude zu erkunden. Auf dem Stundenplan der Besucherdelegation stand vor allem die Erkundung der Berufsorientierung, der Individualisierung und Differenzierung im Unterricht und das pädagogische Klima.
Aus jeder der drei besuchten Schulen brachten die Kollegen einen Sack voller Inspirationen mit. Mike Stemmler, Fachbereichsleiter für Naturwissenschaften, war in Winterhude. Die IGS bei Hamburg legt besonderen Wert auf eigenständige Arbeit. Als „wirklich gut" bewertet Stemmler auch die Entfaltungsmöglichkeiten die geboten werden. Zu Beginn jeder Unterrichtsstunde bekommen die Schüler Zeit, aktuelle Probleme zu bereden oder eigene Arbeiten anzufertigen.
Selbstständigkeit wird auch an der Ganztagsschule Syke groß geschrieben, kann Beate Reiß bezeugen. Die Fachberaterin für Berufsorientierung lobt die enge Bindung der Ganztagsschule zu den ortsansässigen Betrieben. Dadurch könnten beinahe 100 Prozent der Abgänger in einen Job vermittelt werden. „Die Schüler lernen schon in der siebten Klasse, Bewerbungen zu schreiben. In der achten Klasse stehen die ersten Praktika an", erklärt sie.
Nahe am richtigen Leben ist auch die KGS Hambergen. „Das Eintreten in eine Schülerfirma ist Pflicht", erklärt Manfred Becker von der HRS. Realitätsnahe Betriebe, wie unter anderem eine Holzwerkstatt und ein Gartenservice, werden von den Schülern bewirtschaftet. Weiterer Pluspunkt: „Der Aufstieg innerhalb der Schulzweige ist sehr einfach", führte Becker aus.
Was von der Erkundungstour an der HRS übernommen wird, soll jetzt diskutiert werden. Für Hüneberg steht aber schon fest: „Unsere Schüler müssen mehr Verantwortung für sich und für ihre Mitschüler übernehmen. Wir müssen unseren eigenen Weg zu mehr Respekt im Miteinander finden. Der erste Schritt ist gemacht."