Frühlingserwachen

Im Schuljahr 2008/2009 erstellten Schülerinnen und Schüler aus den Wahlpflichtkursen Geschichte und Kunst zum Schuljahrsende gemeinsam den Spielfilm "Frühlingserwachen".

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Leben um 1900 in Deutschland

a) „Frau Regierungsrat“ und ihr „Mädchen für alles“
  1. Durch Erbe oder Heirat konnte man zu den besseren Kreisen in einer Stadt gehören (z.B. Beamte, Offiziere).
  2. Elegante Kleider für die Damen, Matrosenanzüge für die Jungen, Hemden mit Vatermörder zum Anzug für die Männer, Opernbesuche, Kutschfahrten zeigten den Unterschied zu „den anderen“.
  3. Mit feinsten Abendgesellschaften ließ sich sogar die Karriere des Mannes fördern.
  4. Die großbürgerliche Familie lebte in herrschaftlichen Räumen mit stilvoller Einrichtung und gepflegtem Ambiente.
  5. Ein Kindermädchen nahm der Dame des Hauses die anstrengende Kindererziehung ab.
  6. Bereits 13- bzw. 14-jährige Dienstmädchen zeichneten für den Hausputz, die Wäsche, das Essen, die Bedienung der bürgerlichen Familie verantwortlich.
  7. Wie die von 1810 bis 1918 geltende Gesindeordnung zeigt, wurden die Dienstmädchen fast wie Haussklaven gehalten.
  8. Dienstmädchen besaßen häufig nur eine Schlafgelegenheit im sogenannten Hängeboden unter der Küchendecke und ihnen wurde bei Geldknappheit die Essensration reduziert.
  9. Dienstmädchen fanden kaum Ruhephasen und mussten den Herrschaften von früh morgens bis spät abends zur Hand gehen.
  10. Selbst bei den Hauseingängen wurde klar zwischen dem für Herrschaften und Dienstboten unterschieden.












b) Deutschland wird Industrieland
  1. In Preußenentwickelte sich ab 1850 die Industrialisierung am schnellsten.
  2. Oberschlesien,das Ruhrgebiet, das Aachener Revier und das Saargebiet wurden Zentren desKohlebergbaus und der Eisenindustrie.
  3. Innerhalb von nur50 Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl von Industriestädten.
  4. Da die Arbeiternah am Arbeitsplatz wohnen sollten, entstanden zahlreiche Arbeitersiedlungen.
  5. Zwischen 1870 und1913 versechsfachte die deutsche Industrie ihre Produktion und wurde z.B.weltweit führend bei künstlichen Farben.
  6. Erfindungen vonWerner von Siemens (Elektrodynamo) oder Thomas Edison (Glühlampen) lösten balddie Dampfkraft ab.
  7. England versuchteseine Produkte mit der Forderung zu schützen, dass DeutschlandsIndustrieprodukte das Label „Made in Germany“ tragen sollten, was bald zumMarkenzeichen wurde.
  8. Nach England,Frankreich und den USA begann Deutschland als 4. Land um 1850 mit derIndustrialisierung und bot ab 1950 Industriewaren für den größten Teil derBevölkerung.
  9. Z.B. dieWollspinnereien im 19. Jh. waren gesundheitsschädigende Arbeitsplätze.
  10. Zu Beginn des 20.Jhs lebten in Deutschland 67 Millionen Einwohner und davon strömten immer mehrin die Städte, denn Mannesmann beschäftigte bereits 15000, Thyssen 30000 undKrupp 73000 Arbeiter.
  11. Das „Jahrhundertdes Dampfes“ war durch das „Zeitalter der Elektrizität“ abgelöst worden, inBerlin fuhren seit 1881 sogar elektrische „Omnibusse“.










c) Arbeiter kämpfen für soziale Gerechtigkeit
  1. Ab dem 1. Mai 1890 gab es Massendemonstrationen, um auf die sozialen Probleme der Industrialisierung (Kinderarbeit, lange Arbeitszeiten, schlechte Wohnverhältnisse, Verelendung der Arbeiterschicht) aufmerksam zu machen.
  2. Vor den Werkstoren gab es genügend Arbeitssuchende, sodass die Hungerlöhne noch weiter gesenkt wurden.
  3. Die Einführung neuer Maschinen machte Arbeitskräfte überflüssig.
  4. Den ersten gewalttätigen Aufstand führten die hungernden Weber aus Schlesien gegen die in Villen lebenden Fabrikanten durch.
  5. Arbeiter organisierten sich in Arbeitervereinen, die z.B. Notkassen einrichteten und so immer mehr Anhänger fanden, so dass die Behörden Streikverbote aufheben und Gewerkschaften zulassen mussten.
  6. Der 1863 gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein schloss sich 1875 mit der 1869 gegründeten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei zusammen; ab 1890 nannten sie sich SPD.
  7. Bismarck reagierte auf die von vielen Politikern und Unternehmern misstrauisch beäugten Sozialdemokraten mit dem Sozialistengesetz, was aber 1890 aufgehoben werden musste.
  8. Mit Sprüchen wie „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ oder „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.“ schlossen sich die Arbeiter bei Verfolgung immer enger zusammen.
  9. August Bebel (SPD) mahnte 1900 die Arbeiter, dass sie nur in der Gewerkschaft das Lebensnotwendige für die Arbeiter durchsetzen könnten.
  10. Solidarisch könnten Arbeiter menschenwürdige Zustände in den Betrieben, Verkürzung der Arbeitszeit, Rechtsschutz und Arbeitslosenunterstützung durchsetzen!












d) Frauen auf dem Weg zur Emanzipation
  1. Am 19. März 1911 fand der erste Internationale Frauentag statt.
  2. Frauen forderten ein neues Arbeitsgesetz mit einem Achtstundentag, gleichem Lohn für gleiche Arbeit, ausreichenden Mutter- und Kinderschutz, festgeschriebene Mindestlöhne sowie Wahl- und Stimmrecht.
  3. Wegen des niedrigen Lohns der Männer arbeiteten die Frauen häufig an deren Seite in der Fabrik zu noch geringerem Lohn (die Hälfte bis ein Viertel des Lohns der Männer).
  4. Verheiratete Frauen verrichteten nach einem 11 bis 14 Stunden Tag noch die Hausarbeit und sorgten für ihre Kinder.
  5. Proletarische Frauenbewegungen (Luise Otto-Peters) forderten Volksschulen auch für Mädchen.
  6. Im Allgemeinen Deutschen Frauenverein von 1865 forderte man für Mädchen und Frauen aus der Mittelschicht die gleichen Bildungs- und Berufschancen.
  7. Seit 1869 sprachen die Sozialdemokraten vom Wahlrecht für Frauen, nahmen es 1891 in ihr Programm auf, doch erst am 12. November 1918 stand es in der (Weimarer) Verfassung.
  8. Das Preußische Vereinsrecht von 1850 – 1908 verbot die Teilnahme von Frauenpersonen, Schülern und Lehrlingen an politischen Versammlungen.
  9. Helene Lange forderte 1888 Bildungsanstalten für Lehrerinnen.
  10. Fabrikarbeiterinnen mussten von früh bis spät im Laufschritt Kinder, Haushalt und Akkordarbeit verrichten.










e) Das deutsche Reich wird Kolonialmacht
  1. Reichskanzler Bismarck lehnte lange Kolonien für Deutschland ab, weil deren Verwaltung hohe Kosten bedeutete.
  2. Bismarck erkannte die Spannungen mit den Nachbarstaaten bei der Beteiligung Deutschlands am Wettlauf um überseeische Besitzungen.
  3. Den jungen Kaiser Wilhelm II., Großindustrielle und Großgrundbesitzer begeisterte die Idee vom Deutschen Reich als Kolonial- und Weltmacht.
  4. Ab 1884 zogen deutsche Kaufleute, Forscher und Offiziere z.B. nach Kamerun, Togo, Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika.
  5. Carl Peters hatte 1884 die „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ gegründet und bemühte sich vor Engländern und Franzosen im Osten Afrikas Land von Stammesfürsten zu erwerben.
  6. 1890 erklärte die Regierung in Berlin das von Carl Peters erworbene Gebiet als Kolonie Deutsch-Ostafrika.
  7. Wenn die betrunken gemachten Stammesfürsten nicht in Carl Peters Verträge einwilligten, steckte man benachbarte Dörfer in Brand.
  8. Wilhelm Liebknecht (SPD) hinterfragte den Erwerb von Kolonien aus Gründen der Überproduktion und Überbevölkerung.
  9. Die SPD forderte eine Sozialreform und bessere Kaufkraft für die Arbeiter, dann würden sogleich mehr Waren im Inland gekauft.
  10. Die Afrikaner wurden als minderwertig betrachtet, denen man Kultur und Christentum brachte und die man bei Ungehorsam tötete.
f) Bündnisse und Konflikte
  1. Kaiser Wilhelm II. präsentierte sich gern in Admiralsuniform, um die Bevölkerung für die Flotte zu begeistern.
  2. Reichskanzler Bismarck isolierte Frankreich durch geschickte Bündnispolitik mit Russland und Österreich-Ungarn sowie Italien.
  3. 1888 kam Kaiser Wilhelm II. an die Macht und fuhr einen neuen außenpolitischen Kurs, bei dem Deutschland eine Weltmacht sein sollte.
  4. Bismarck trat 1890 zurück und seine Nachfolger erneuerten nicht das Bündnis mit Russland.
  5. Kaiser Wilhelm II. stellte sich mit dem Aufbau einer großen Flotte und seiner Weltmachtpolitik bewusst in Konkurrenz zu England.
  6. Statt in Afrika in einen Konflikt zu geraten, schlossen sich die Engländer und Franzosen zur „Entente cordiale“ zusammen.
  7. Als England und Russland sich über Gebiete in Persien und Afghanistan einigten, war das Deutsch Reich isoliert.
  8. In einem Militärabkommen von 1892 versicherten sich Frankreich und Russland gegenseitige Unterstützung bei einem Angriff Deutschlands bzw. des Dreibunds.
  9. Die SPD wandte sich gegen die gigantische Flottenpolitik des Kaisers, wodurch die Arbeiterklasse ausgebeutet werde und die Reichen profitierten.
  10. Englands Regierung bewertete die deutsche Flottenpolitik als aggressiven Akt.
g) Der Staat – ein Kasernenhof
  1. Deutschland um1900 war geprägt durch Militarismus, und wer gedient hatte, bekam leichtereinen Arbeitsplatz.
  2. Soldaten genossenhohes Ansehen, denn sie kannten auch Ordnung, Pflichterfüllung und Gehorsam.
  3. Der militärischeBefehlston war auch im zivilen Leben prägend.
  4. Der Adel, Befehlegebend in Verwaltung, Diplomatie und Militär, war Vorbild für das Bürgertum.
  5. Um 1900 warDeutschland die erfolgreichste Industrienation Europas und Produkte „Made inGermany“ gingen aus deutschen Häfen in alle Welt.
  6. HervorragendeUniversitäten und Forschungslabore zogen Wissenschaftler aus der ganzen Weltnach Deutschland.
  7. 14 von 32Nobelpreisen in Medizin, Physik und Chemie gingen zwischen 1901 und 1914 nachDeutschland.
  8. DerSchulunterricht fand damals in Deutschland nach der Methode des Kasernen-Drillsstatt.
  9. In Deutschland wardas Stadtbild durch Uniformen geprägt und auch die jungen Kaufleute tratenschneidig auf. 10
  10. Eine Deutsche Luftfahrt Aktien Gesellschaft bot Passagierfahrten mit den von Graf Zeppelinentwickelten Luftschiffen an, die Geschwindigkeiten von 125 km/h erreichten.
h) Politische Parteien entstehen
  1. Die Verfassungdes Deutschen Reichs von 1871 gewährte dem Deutschen Kaiser folgenden Einfluss:Er ernannte und entließ den Reichskanzler und die Staatssekretäre, befehligtedie Streitkräfte, vertrat das Reich gegenüber dem Ausland und berief denReichstag ein bzw. löste ihn auf.
  2. 1871 war dasDeutsche Reich aus 25 Einzelstaaten von den regierenden Fürsten nach demEinsatz von „Blut und Eisen“ gegen Frankreich gegründet worden, wobei Preußenmit mehr als der Hälfte der Bevölkerung überwog.
  3. Von 1871-1890 warBismarck preußischer Ministerpräsident und Reichskanzler auf Beschluss desKaisers.
  4. Bismarckverachtete die „Schwatzbude“ der vom Volk gewählten Reichstags-Abgeordneten.
  5. Der Reichstaghatte die Macht, Gesetze vorzulegen und zu beschließen sowie den Haushalt zuverabschieden.
  6. Die Parteienwurden nach ihrem Sitz in der Nationalversammlung als „Links“ (SPD = fürArbeiter, Gegner der Monarchie), „Mitte“ (katholisches Zentrum und Liberale)oder „Rechts“ (Konservative) eingestuft.
  7. Ab 1871 durftenMänner über 25 Jahren nach allgemeinem, gleichem Wahlrecht wählen, allerdingsgalt das Dreiklassenwahlrecht.
  8. August Bebel(SPD) versprach den Arbeitern keinen schnellen Wandel der Machtverhältnisse,sah aber die Wahl als langfristige Methode zur Verbesserung der Situation desVolkes.
  9. Liberaleüberschätzten nicht die Macht der Volksvertretung, aber sahen in ihr doch einMittel gegen den willkürlichen Absolutismus der Regierung.
  10. Frauen führtenDemonstrationen durch und forderten das Wahlrecht, was ihnen aber erst 1918 gewährt wurde.
i) Das Ruhrgebiet wird zur größten Industrieregion
  1. Während sich dieBevölkerungsdichte in Deutschland von 1810 bis 1900 von ca. 50 Millionen aufca. 70 Millionen Einwohner steigerte, verzehnfachte sie sich im Ruhrgebiet. 2.
  2. 'Wegen der großenNachfrage nach Kohle im Zeitalter der Industrialisierung entwickelte man neueTechniken um Kohle in tieferen Schächten – auch unter Einsatz vonDampfmaschinen - zu gewinnen.
  3. Mit Fettkohle(Koks) konnte man Eisenerz schmelzen.
  4. 1849 ging inMühlheim der erste Kokshochofen in Betrieb, dies war der Beginn der Eisen- undStahlindustrie im Ruhrgebiet.
  5. Um denArbeitskräftemangel zu beheben, warben Anwerber im Harz, in Schlesien, in denOstgebieten, auch Polen fürs Ruhrgebiet.
  6. Die 1811 gegründete Gussstahlproduktion von Friedrich Krupp in Essen wurde ab 1816 vonseinem Sohn Alfred fortgeführt.
  7. Krupps Gussstahlwar qualitativ bald mit englischem vergleichbar und die Erfindung des nahtlosenEisenbahnrads führte 1852 zu einem großen Anstieg der Firma.
  8. Krupp ließ aufdem riesigen Werksgelände Wohnsiedlungen und Versorgungseinrichtungen fürschließlich 30000 Menschen bauen.
  9. Mit werkseigenenMärkten, Schulen, Gas- und Wasserversorgungseinrichtungen sowie der Krupp’schenKonsumwelt ist hier eine „Stadt“ in der Stadt Essen entstanden.
  10. Durch die Anbindung an die Rheinische, Bergische und Köln-Mindener Bahn verfügte dieFirma Krupp über eine gute Infrastruktur.
 

Klasse 5c - Sketsche

Montag, 22. Juni 2009 - Generalprobe im Klassenraum
  1. Durch das Programm führt Mishale Y.
  2. Schulsketsch
    Grundschüler: Annika H., Leon F., Maria M.
    Lehrer: Verena K., Gabriela C., Christin B., Niklas M., Mayra S.
    Schüler: Tjark L., Johannes C., Ann-Christine K., Melina Z.
  3. Tanz zum Lied "Breaking Dishes" von Rhianna
    Annika H., Vanessa T., Melina Z., Svenja J.
  4. Sketsch: "Läuse habe ich keine, aber die ganze Bank für mich alleine."
    Tjark L., Merle W., Leon F., Abdul N., Johannes C., Sören G.
  5. Witze
    Dennis H., Nils S.
  6. Imitation "Mario Barth"
    Niklas M.
  7. Tanz zum Lied "Pokerface"
    Maria M., Mayra S., Vanessa A., Ann-Christin K., Gabriela C., Verena K., Annalena C., Julia Z.
  8. Sketsch "Apfelkerne"
    Lena B., Christin B.
  9. Sketsch "Alis großer Wunsch"
    Daniel P.
 

Treffen mit der Bürgermeisterin

Am Donnerstag, dem 18.06.2009 trafen sich neun Schüler der Haupt- und Realschule Ganderkesee zu einem Gespräch mit der Bürgermeisterin Frau Gerken-Klaas. Die Schüler unterhielten sich mit der Bürgermeisterin über ihren Schulalltag und machten Verbesserungsvorschläge für bauliche Veränderungen an der Schule. Frau Gerken-Klaas zeigte ein offenes Ohr für die Belange der Schüler. Die Stimmung war sehr positiv und es waren keine Berührungsängste zu spüren.
Fazit: ein gelungenes Gespräch.
Frau Uthoff