|
Presse - Schwitzen für eine Kleinstadt in Sachsen |
|
Delmenhorster Kurier 10.09.2002 Schwitzen für eine Kleinstadt in Sachsen Ganderkeseer Realschüler sammelten mit Lauf- und Inline-Tour Geld für Hochwasser-Opfer
Von unserem Redakteur Arno Schupp
Ganderkesee. Jeder Kilometer zählt. 270 Realschüler und einige Vertreter des Lehrerkollegiums schwitzten gestern Mittag, um den Menschen in einem kleinen Ort in der Sächsischen Schweiz zu helfen. Auf Sportschuhen oder Inline-Skates absolvierten sie mehrfach einen 1,5 Kilometer langen Rundkurs - wobei sich jeder Schüler die gelaufenen Kilometer von einem Sponsor versilbern ließ. Das Geld der Aktion “1000 Kilometer gegen die Flut” soll dem kleinen Ferienort Wehlen zukommen. Bis zu 25 Euro werden einige Schüler pro gelaufenem Kilometer bekommen. Läufer bekommen naturgemäß etwas | Auf Schusters Rappen oder schnellen Inline-Skates machten sich gestern 270 Schüler der Realschule Ganderkesee auf zu einem Benefiz-Lauf für die sächsische Kleinstadt Wehlen. Foto: Ingo Möllers
| mehr als die schnellen Inline-Skater, die den Parcours gestern im Minutentakt bewältigten. Die schnellste Runde drehte der 16-jährige Sebastian Feig, der knapp zwei Minuten nach dem Startschuss wieder an der Schule auftauchte, um sich für seine erste Runde einen Stempel zu holen. Eine halbe Minute später tauchte mit der 15-jährigen Melanie Borrs das schnellste Mädchen an der Stempel-Station auf. Die Idee zu dem Spenden-Lauf stammt aus der Schülervertretung, die bei der Schulleitung und beim Förderverein damit offene Türen einrannte. “Wir haben uns gemeinsam für den Ort Wehlen entschieden, weil wir einer Kommune helfen wollten, die nicht täglich in den Medien auftauchte”, sagte Schulleiter Horst Claußen. Ursprünglich sollte das Geld einer Schule zukommen, doch bei den starken Schäden ist eine derart kleinteilige Geldzuweisung kaum möglich. So soll das Geld der ganzen Stadt zukommen. Wie alle an der Elbe gelegenen Orte sind die Schäden auch in Wehlen enorm. Gut ein Drittel der 1800 Einwohner ist direkt betroffen. Viele Einwohner und Unternehmer stehen vor dem finanziellen Ruin. Die 700 Jahre alte Stadt Wehlen zählt zu den kleinsten Städten Sachsens. Haupteinnahmequelle ist der Tourismus, Industrie fehlt völlig. In der vorigen Wochen haben die Einwohner angefangen, die Schäden der Flut zu beseitigen, um so schnell wie möglich wieder Touristen im Ort begrüßen zu können. Mit welcher Summe die Schüler der Ganderkeseer Realschule diese Arbeiten unterstützen, wird heute und morgen in den Klassen ermittelt. Zunächst werden die Lauf-Zettel ausgewertet, anschließend wird bei den Sponsoren der vorher vereinbarte Kilometerpreis abgefordert. “Am Mittwoch werden wir dann wohl genau wissen, wie viel Geld wir zusammen bekommen haben”, so Claußen. | |